DISQUS

handmade2.0: http://handmadezwonull.blogspot.com/2009/06/handmade-und-die-traumblase.html

  • nchenga nchenga · 6 months ago
    i think the discussion forums are scary.
  • markus · 5 months ago
    Hmm, ich glaube jede gut funktionierende Seite basiert auf irgendeiner Art von Geschichte (oder eher: Geschichten) deren happy end nur von den wenigsten Mitgliedern realisiert wird. Die Geschichten sind per definitionem falsch, sind aber die auch die Grundbedingung dafür, dass überhaupt was passiert. Den Ausverkauf von einem Feminismus, überhaupt den Bezug dazu, sehe ich bei Etsy nicht. Dass sich Frauen davon eher angesprochen fühlen, kann ich mir schon vorstellen. Grund mitunter aber, dass Männer oft zum Herumschrauben neigen, was selten in Produkten endet (Make usw.).
  • mlle a. · 5 months ago
    nchenga, that's what I think, too...

    markus, was aber auffällt: wo sind die männlichen Designer, wenn nicht (auch) auf Etsy?
    Dass Männer, die einen lukrativen Hauptberuf haben, ein handmade-Hobby wirklich nur als Hobby ohne Verdienstabsichten führen, ist schon interessant, da ja offensichtlich ihre weiblichen Pendants anders an die Sache herangehen und das Hobby gleich noch zu einer Verdienstquelle (inklusive sozialer Anerkennung und sozialem Kontakt!) ausbauen -- die wenigsten von ihnen aber haben wirklich die notwendigen Skills dazu; die Foren sprechen Bände darüber.

    Die Autorin kreidet ja insgesamt an, dass das Etsymanagement (nicht die Plattform an sich) einen falschen Feminismus vermittelt (etwas, das die, die sich in den Kommentaren auf doublex am lautesten und vulgärsten auslassen, nicht richtig verstanden haben) - dass mit der Wunschvorstellung, frau könne ein volles Einkommen haben mit nur einem Etsyshop und einer Traumarbeit (Perlen fädeln, Mützen stricken, Lätzchen nähen, Pamperstorten kreieren...) und ohne ihren Hintern je aus dem Haus zu bewegen (und nebenbei noch drei Kinder und den Haushalt zu versorgen), ein ganz falsches und nicht-reales Bild gezeichnet wird, auf das viel zu viele reinfallen.

    (das waren jetzt viele Klammern und Einschübe...)
  • mlle a. · 5 months ago
    P.S. Interessant in der Metadiskussion (Etsy, crafty Blogs und sicherlich the usual dozen of secret off-Etsy Etsy forum things...) auch die Lücke bzgl. Auto- vs. Heterostereotypen und die Emotionen.

    Emotionenen: verstehe auch nicht, warum sich so viele diesen Schuh überhaupt anziehen und meinen, sie müssten sich rechtfertigen? SAHM guilt, etwa?
  • mlle a. · 5 months ago
    Jo mei, es fällt in Centmünzen, heute. :)

    Was die Autorin auch gesehen haben könnte ist die Art, wie sehr sehr viele Etsyverkäuferinnen twittern: Shopvermarktung vermischt mit Tweets über Haushalt, Kinder, und anderer Kram, praktisch nie Tweets darüber, wie der Mann gerade was im Haushalt tut o.ä. Das spricht nicht gerade dafür, dass es mit dem Feminismus klappt, sondern eher dafür, dass die Frau zwar eine Nische für sich aufgetan hat, aber weiterhin stereotypen-gerecht alles alleine schmeisst (ist das nicht auch ein generelles Argument, wenn Karriere und Frau diskutiert wird, zumindest wiederum hier in Deutschland?).
  • markus · 5 months ago
    Ich glaub was mich gestört hat war der Begriff Feminismus, da versteh ich wohl was anderes drunter. Wo die Männer bleiben weiss ich auch nicht - aber Frauen scheinen doch eher auf den Vorschlag pragmatisch/selbstbestimmt anzusprechen ;)
  • mlle a. · 5 months ago
    Das mit dem Verständnis ist ein guter Punkt - die Autorin hätte angesichts der komplexen Feminismusdebatte eigentlich kurz umreissen müssen, was sie unter "Feminismus" versteht und daher ihrer These zugrunde legt. Vielleicht wäre die Gesamtdiskussion dann auch etwas ziviler ausgefallen (wenn eine angemessene Diskussion überhaupt Absicht gewesen ist).
  • Anonymous · 5 months ago
    man könnte auch argumentieren, dass vielen frauen es freisteht ein etsy microbusiness zu betreiben, weil die verantwortung des haputverdieners in vielen fällen beim mann liegt. dann speilt es schon fast keine rolle mehr ob man profite macht oder nicht.
    aber ich kenne die motivation des durchschnittlichen etsy verkäufers nicht.
    ansonsten erinnert es an viele andere plattformen (ebay, secondlife) wo das bild des schnellen geldes verbreitet wird, und je mahr es versuchen, desto kleiner ist das stück vom großen kuchen.
  • nchenga nchenga · 5 months ago
    going slightly off topic, but.... there's the socio-linguistic aspect to consider:

    Isn't Etsy an example how language attracts/encourages a particular subset of women to participate?

    c.f. back in the early 90s, Hellinger referred to empirical studies that women don't apply for job positions if they are not explicitly mentioned in the job ad.

    or Labov's study on the pronunciation of "fourth floor" in New York department stores.

    At the same time, the Etsy language used is alienating men and other subsets of women.

    I guess at a certain point in time, community forces become strong and it's impossible to attract other target audiences.

    Maybe Etsy needs to start a parallel community like Coca-Cola Zero vs Coca-Cola Light.


    (

    where in the world is Hellinger?

    https://www.zlf.uni-frankfurt.de/fb/fb10/ieas/abteilungen/linguistik/Lehrende/hellinger/index.html/index.html

    )
  • mlle a. · 5 months ago
    anonymous, aber warum gibt es dann so viel Gejammere um ausbleibende Umsätze auf Etsys Foren (und oft auch auf den Blogs der Shopbetreiberinnen)?

    nchenga, that's a good point. Etsy started comparatively late to highlight especially male sellers - and the reason they started to invest much effort in it was decidedly marketing-driven.

    Etsy sure was founded by a completely male league (given that women were a major inspiration for Rob Kalin to come up with Etsy, that's quite striking), but none of them is a linguist nor a marketing person.
  • criz · 5 months ago
    hey zusammen, ich brauch mal ne interpretationshilfe.
    bisheriges verständnis:
    -auf etsy verkaufen außerordentlich viele frauen.
    -etsy weiß nicht warum.
    -verkäuferinnen haben oft einen traditioneller hintergrund (haus, kind, mann)
    -verkaufsträume erfüllen sich oft nicht
    -verkäuferinnen sind gefrustet und melden sich zu wort, lösen ihren shop aber nicht auf (oder?)
    frage:
    -warum wird von feminismus gesprochen, passt das zur traditionellen rolle?
    -warum wird etsy dabei unterstellt es begünstige solche phantasien? (verschwörungstheorie ;)
    -warum steht der genderaspekt und nicht die geringen verkaufserfolge im mittelpunkt?
    fazit: es geht also um den hohen frauenanteil, eine verschwörung, die schlechten verkaufszahlen und die männer haben das schon alles vorhersehen können! hä?
  • mlle a. · 5 months ago
    Criz - nee, sehe ich irgendwie gar nicht so.

    Ich meine, der Originalthese unterliegt keine Verschwörungstheorie. Vielmehr ist der Autorin aufgefallen, dass der von Etsy mitforcierte "quit your dayjob"-Hype bzw. die inoffizielle Tagline à la "make a living doing what you love" einen falschen Feminismus predigt (bzw. gar keiner ist, aber alle denken es wäre einer). Nicht wegen der Entscheidung, mit dem eigenen "handmade business" ein vielleicht wagemutiges Geschäft einzugehen, sondern eher Etsys Art und Weise Frauen glauben zu machen, mit wie viel Einfachheit dies geschehen könne (daraus resultieren mehr frustrierte Verkäuferinnen, die nicht verstehen, warum es jetzt nicht klappt als solche, die Erfolg melden können). Ich hatte das oben "American-Dream-Like" genannt.
    Die Autorin sieht, dass viele in einem Hobby-turned-into-business-the-Etsy-way (das ist jetzt meine Schöpfung) zwar meinen, eine Freiheit zu haben, die sie mit einem "regulären" Job, der ihnen vielleicht keine Freude bereitet, nicht haben könnten --- aber ist es Freiheit im Sinne von Gleichberechtigung, wieder daheim bei Kind, Kegel und Haus zu sein und das Hobby zum Beruf gemacht zu haben? Ich vermute, dass die Autorin damit eigentlich fragen will, "Ist es etwa das, was der Feminismus will?"

    Wobei sie, wie ich schon sagte, einen taktischen Fehler macht, denn sie sollte eigentlich wissen, dass die Feminismusdebatte so komplex ist, dass man mit "der Feminismus" nicht ohne weiteres argumentieren kann, ohne dabei ungenau zu sein. Ich denke, dass ich verstanden habe, worauf sie eigentlich hinaus wollte, aber die Heftigkeit der Reaktionen (Kommentare da, auf Etsy und sonst noch in Blogworld) zeugt schon davon, dass der Artikel vielleicht nicht ausgereift genug war.


    Was sie aber vielleicht gar nicht so realisiert, weil sie da vielleicht nicht tief genug in der Materie steckt: Der Wunsch nach "make a living doing what you love" ist erstens nicht neu oder etsyspezifisch, sondern geschlechterübergeordnet, zweitens ein Wunsch, der für unsere Generation sehr charakteristisch ist (siehe auch in "Marke Eigenbau"), und drittens vorhersehbar, wenn wir z.B. Maslow anschauen.